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Warenkunde: Kornblume – bunter Tupfer im Tee


Die Kornblume hat eine steile Karriere hinter sich. Einst als Unkraut bekämpft, dann verehrt und nun in vielen Ländern unter Naturschutz gestellt, ist sie als Zutat für die Zubereitung von Gerichten und Getränken stark gefragt. Die essbaren blauen Blütenblätter finden sich in bunten Salaten ebenso wie in vielen Kräuter- und Früchtetee-Mischungen, in denen sie schon vor dem Aufbrühen Genuss fürs Auge bieten.

Schon Hippokrates* erwähnte die hübsche Kornblume (Centaurea cyanus L.), die ihre deutsche Bezeichnung ihrem Vorkommen auf Kornfeldern verdankt. Ihren lateinischen Namen Centaurea erhielt sie von einem Zentauren Namens Chirion, der laut griechischer Sage eine Wunde am Fuß des Helden Achilles geheilt haben soll. Auch heute benutzt man die Pflanze gegen Entzündungen, Bindehautreizungen und Hautrötungen, obwohl man ihr keine Heilkraft nachweisen konnte. In der Imkerei wird die Kornblume wegen ihres hohen Nektargehaltes geschätzt. Optisch farbgebend sind die Blüten in der Küche und ganz besonders in Kräuter- und Früchtetees beliebt.

Beliebt bei Blaublütern

In der Vergangenheit als Getreideunkraut gefürchtet und bekämpft, avancierte die Kornblume um 1800 zur Kultpflanze um die jung verstorbene Königin Luise. Kaiser Wilhelm I., Luises Sohn, erklärte sie in Erinnerung an seine Kindheit zu seiner Lieblingsblume. Darüber hinaus schaffte sie es mit ihren blau leuchtenden, fein strukturierten Blüten bis zur Nationalblume Estlands.

Dennoch ist mittlerweile der Bestand der Kornblume durch Überdüngung und Unkrautvernichtung bedroht, so dass sie mittlerweile in vielen Ländern unter Naturschutz steht und nicht mehr wild gepflückt werden darf.

Kostbare Handernte für die Tasse

Die eigentliche Heimat der Kornblume ist das Mittelmeergebiet, die südliche Balkanhalbinsel und Vorderasien. Mit dem Getreideanbau wurde sie fast über die ganze Erde verbreitet. Die wunderschönen Blüten in Kräuter- und Früchtetees stammen aus Anbaubetrieben.

Durch Handpflückung werden hohe Blütenerträge mit sehr guter Qualität erzielt. Die Handarbeit, welche die hohe Güte garantiert, ist jedoch sehr aufwendig. Ein Kilogramm Frischware erfordert 1,5 bis 3,5 Stunden Pflückzeit. Für den blauen Farbtupfer im Kräuter- und Früchtetee wird getrocknete Ware verwendet. Die Trocknung erfolgt rasch nach der Ernte, um die lichtempfindliche dunkelblaue Farbe zu erhalten.

Harmonisch im Tee

Die blauen Blüten, welche einen süßlichen Geruch und etwas salzigen Geschmack haben, harmonisieren gut mit vielen anderen Kräutern, z.B. mit Melisse, Pfefferminze und Mate. In Kombination mit Rosenblüten, Sonnenblumenblüten oder Ringelblumenblüten bilden Kornblumen das geschmackliche und optische i-Tüpfelchen in einer Kräuterteemischung.

 

 

*460-377 v. Chr. in Griechenland, gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft

 

 


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