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Minze in seiner ganzen Vielfalt: Von Apfel- bis Zitronenminze


Die bekannteste und beliebteste Minzart ist hierzulande die Pfefferminze, aber es gibt noch viele andere Minzen, die aromatisch und frisch den Weg in die Kräuterteetasse finden. In Geschmack und Duft unterscheiden sich die verschiedenen Arten erheblich.

Die Klassifizierung der einzelnen Minzarten ist aufgrund der leichten Hybridenbildung (Nachkommen von Kreuzungen) innerhalb dieser Gattung oftmals schwierig. Bereits im Altertum wurden etliche Minzen zu verschiedenen Zwecken verwendet. In Ägypten und China gab es bereits 200 v. Chr. Minzkulturen, die als Grabbeigabe für den Schutz auf der Reise ins Jenseits dienen sollten, und vor 2000 Jahren kultivierten die Römer Poleiminze zum Vertreiben von Fliegen und Flöhen. Die Geschichte der Pfefferminze ist dagegen noch relativ jung. 1696 wurde sie erstmals in England beschrieben und erst seit 1770 wird sie in Deutschland angebaut.

 

Coolnessfaktor – Pfefferminze

 

Die Pfefferminze (Mentha piperita L.) ist die in Deutschland mit Abstand prominenteste und am meisten getrunkene Minze. Menthol ist das Geheimnis ihres würzigen, erfrischenden und kühlenden Aromas. So besteht das ätherische Öl in den Pfefferminzblättern zu 35 -45 % aus Menthol. Die Pfefferminzpflanze ist eine Kreuzung aus zwei verschiedenen Minzarten, der Krauseminze und der Wasserminze. Pur oder als Mischung mit Zitrone oder Orange, heiß oder gerade im Sommer auch eiskalt genossen, ist sie ein sehr erfrischender und wohltuender Genuss.  

 

Wilde Schwester – Ackerminze

 

Bei der Ackerminze (Mentha arvensis L.) handelt es sich um die wilde Schwester der Pfefferminze, die einen ebenso hohen Mentholgehalt hat und dadurch ebenso kühlend und erfrischend schmeckt. Bekanntheit erlangte die auch als Japanische Minze bezeichnete Pflanze durch ihr ätherisches Öl, aus dem japanisches Heilpflanzenöl produziert wird. Ein besonders in den heißen Monaten zu empfehlender Kräutertee ist eine Mischung aus Pfefferminze, Ackerminze und Krauseminze – auch gekühlt eine belebende Köstlichkeit. 

 

Milde Schwester – Wasserminze

 

Die Wasserminze (Mentha aquatica L.) ist die milde Schwester der Pfefferminze. Sie sieht ähnlich aus, riecht ähnlich aromatisch, jedoch etwas schwächer und ist wegen ihrer Milde besonders gerne in Kräuter- und Früchtetee Mischungen zu finden.

 

Englisch weltberühmt – Krauseminze

 

Die Krauseminze (Mentha spicata L.) ist die meist angebaute Minze und jeder rund um den Globus kennt sie unter ihrem englischen Namen Spearmint. Den Ruhm verdankt sie einem Kaugummi mit dem Namen Spearmint, welches seit den fünfziger Jahren in den USA mit ihrem ätherischen Öl produziert wird. Im Gegensatz zur Pfefferminze enthält die Krauseminze kein Menthol. Ihr Geschmack ist daher süßlich frisch und beim Zerreiben der Blätter entsteht der typische zarte Spearmint-Duft. Die auch als Grüne Minze oder Ährenminze bezeichnete mildaromatische Pflanze ist pur eine wahre Gaumenfreude und verleiht so mancher Kräuterteemischung, z.B. mit Lemongras, eine unverwechselbare Note.

 

Die fruchtig Liebliche – Apfelminze

 

Mit dem feinsten Aroma aller Minzarten betört die Apfelminze (Mentha suaveolens EHRH), die auch zu Recht Wohlriechende Minze genannt wird. Ihre Blätter werden vor der Blüte vor allem in England geerntet.  Der apfel- oder auch ananasartige, liebliche Geschmack passt ideal zum Sommer, auch in Kombination mit anderen Kräuter- und Früchtetees, wie z.B. Zitronenmelisse. 

 

Scharf-würzig – Poleiminze

 

Mit ihrem scharf-würzigen Geschmack ist die Poleiminze (Mentha pulegium L.) besonders in Spanien als Küchen- und Teekraut sehr beliebt. Dort wird sie auch hauptsächlich angebaut. Ihr Äußeres mit den violetten Blüten ist der Pfefferminze sehr ähnlich, jedoch ist sie kleiner. Die Poleiminze kommt zwar fast in ganz Europa vor, ist aber sehr selten geworden, daher ist sie in einigen Ländern geschützt.

 

Aufgrund des aromatischen Geschmacks gilt die Poleiminze als appetitanregend und verdauungsfördernd und wurde zu diesem Zwecke schon im Altertum genossen. Sparsam verwendet als Gewürz in Wurstwaren hat sie in Italien sehr viele Anhänger. 

 

Zitronig-frisch – Katzenminze

 

Die Katzenminze (Nepeta cataria) gehört zu der gleichen Pflanzenfamilie wie Minzen, aber zu einer anderen Pflanzengattung. Sie verdankt ihren Namen ihrer Wirkung auf Katzen, die sie mit ihren ätherischen Ölen anlockt und auf sie euphorisierend wirkt. Katzenminzetee sagt man nach, auch auf den Menschen diese Wirkung zu haben, aber auch, wenn dies nicht zutrifft, ist Katzenminze als Zutat in Kräuter- und Früchtetee Mischungen ein frischer und zitroniger Genuss. 

 

Exotisch-frisch – Zitronen- und Orangenminze

 

Die Zitronen- und Orangenminze (Mentha citrata EHRH.) zeichnet ein lavendelartiges, erfrischendes Zitrusaroma aus. Diese Minze enthält fast kein Menthol, sie ist daher für sich allein eine fruchtige, blumige Erquickung in der Kräuterteetasse, ebenso wie eine aromatische Beimischung in Rotbuschtee.

 

Sommerkraut

 

Viele der Minzen werden pur oder als typvolle Zutat in Kräuter- und Früchtetees angeboten. So unterschiedlich sie sind, eins haben alle gemeinsam: Egal, ob mit kühlendem Menthol oder lieblich-fruchtig – gerade im Sommer sind Kräuter- und Früchtetees mit Minze heiß oder eiskalt eine köstliche und wohltuende Erfrischung.


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