Kräuter

Vanille in ihrer ganzen Vielfalt


Sie ist eines der teuersten Gewürze der Welt und gehört mit ihrem unverwechselbaren Aroma zu den bevorzugten Geschmackrichtungen der Deutschen: die Vanille. Es gibt ca. 100 verschiedene Vanille-Arten, aber nur wenige von ihnen liefern die wertvollen Kapseln, die Vanilleschoten genannt werden. Kommerziell genutzt werden nur drei Vanillearten, die Echte Vanille (Vanilla planifolia Andr.), die Tahiti-Vanille (Vanilla tahitiensis J.W. Moore) und die Große Vanille (Vanilla pompona Schiede). Der unvergleichliche Geschmack ihrer Schoten verfeinert Speisen und Getränke, Süßes ebenso wie Pikantes. So ist auch in unzähligen Kräuter- und Früchteteemischungen das weiche, intensive Vanille-Aroma zu genießen, das mit dem feinen Geschmack der Früchte und Kräuter ideal harmoniert.

Vanille wächst rund um den Globus im feuchtwarmen tropischen und subtropischen Klima. Die begehrte Schote, die als Gewürz Verwendung findet, wird aus der Frucht tropischer Orchideenarten gewonnen. Kurz vor der Blüte werden die grüngelben Kapseln gepflückt und fermentiert, wodurch sie das typische Vanillearoma entwickeln und zu den uns bekannten, dunkel glänzenden Schoten schrumpfen. Ursprünglich stammt die Vanille aus Mexiko, durch die Spanier gelangte sie im 16. Jahrhundert nach Europa.

Die Vanillepflanze trägt erst im dritten Jahr das erste Mal Früchte. Sie blüht nur wenige Morgenstunden und wurde in ihrem Ursprungsland Mexiko von dort beheimateten Insekten- und Kolibriarten bestäubt. Mittlerweile wird sie hier wie in anderen Regionen der Welt künstlich befruchtet. Die aufwendige Bestäubung und der langwierige Fermentierungsprozess machen Vanille neben Safran und Kardamom zu den teuersten Gewürzen der Welt. Aber auch zu den gefragtesten Gewürzen, gerade im Kräuter- und Früchtetee-Regal: Rotbusch-Vanille-Tee ist schon ein richtiger Klassiker und Vanille-Lemongras-Tee ist der Newcomer. Die Vanille harmonisiert mit ihrer weichen Note mit säuerlichen Früchten oder herben Kräutern.

Gewürzvanille
Die wichtigste Art ist die Echte Vanille oder auch Gewürzvanille (Vanilla planifolia Andr.). Sie wird überwiegend auf Madagaskar, den Komoren, Indien, Indonesien, Uganda, Tansania, Réunion und anderen Inseln des indischen Ozeans angebaut. Im Handel findet man Gewürzvanille unter den Bezeichnungen mexikanische Vanille und Bourbon-Vanille, nach dem früheren Namen von Réunion „Île Bourbon“. Bourbon-Vanille, deren Namen nur Produkte aus Madagaskar, den Komoren und Réunion tragen dürfen, bietet einen in-
tensiven harmoni­schen Ge­schmack. Vanille aus Mexiko ist etwas weicher und zurück­haltender im Aroma, sie wird gern in Amerika verwendet.

Tahiti-Vanille
Die Schoten der Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis J.W.Moore) bestechen durch ein besonders blumiges Aroma. Im Vergleich zur Gewürzvanille besitzen die Tahiti-Vanilleschoten weniger Vanillin, dafür jedoch relativ hohe Gehalte an weiteren wohlschmeckenden Substanzen. Sie ist neben der Verwendung als Gewürz auch zur Parfümherstellung sehr gefragt. Tahiti-Vanille wird in wesentlich kleineren Mengen als die Echte Vanille unter anderem in Französisch Polynesien und Papua Neuguinea angebaut.

Guadeloupe-Vanille
Die Guadeloupe-Vanille (Vanilla pompona Schiede) stammt eigentlich aus Mittel- und Südamerika, wird aber heute auch auf den Westindischen Inseln angebaut. Ihr Aroma ähnelt der Tahiti- Vanille, daher geht auch diese Sorte hauptsächlich in die Parfümindustrie.

Vanille Harmonie
Die Vielfalt der Vanille zeigt sich nicht nur in ihrem Artenreichtum sondern auch in ihrer Kombinationsfreude. Nahezu jede Frucht und jedes Kraut harmonisiert mit ihr. Sie verleiht Kräuter- und Früchteteemischungen das besondere Etwas, unterstreicht und schmeichelt dem natürlichen Geschmack der einzelnen Kräuter und Früchte. Rooibos, Apfel, Lemongras, Orange – alle lieben Vanille.


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