Kinder und Flüssigkeitshaushalt

Mädchen mit Teebecher

Trinken als Ritual

Trotz zahlreicher Kampagnen und steigender Aufklärung nehmen Kinder in Deutschland immer noch zu wenig Flüssigkeit zu sich. Die Folgen sind Konzentrationsmangel und Leistungsabfall, außerdem werden die Nieren belastet. Die sogenannte DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study), die seit 1985 das Ernährungsverhalten von Kindern erforscht, bestätigt aktuell das unzureichende Trinkverhalten. Säuglinge werden meist noch sehr gut mit Flüssigkeit versorgt, aber besonders Klein- und Schulkinder sowie weibliche Jugendliche trinken zu wenig. Dabei müssten die Kinder für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt laut Studie nur eine Tasse pro Tag mehr trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt für Kinder eine Trinkmenge von 0,8 Liter (Ein- bis Vierjährige) bis zu 1,2 Liter (Zehnjährige).

Trinken ist eine Familiensache

An erster Stelle sind die Eltern als rituelle Vorbilder für die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme gefragt, da die Kinder oftmals die Trinkgewohnheiten der Erwachsenen übernehmen. Es sollte selbstverständlich sein, dass zu jeder Mahlzeit etwas getrunken wird. Außerdem sollten Wasser, Kräuter- und Früchtetee (z.B. in Thermoskannen) oder ungesüßte Fruchtsäfte für die Kinder jederzeit zugänglich sein.

Dies ist natürlich auch in Kindergärten und Schulen erforderlich, insbesondere da die Anzahl der Ganztagsschulen stetig steigt. Kostenlose kalorienfreie Getränke sind ein Muss, damit die in häuslicher Umgebung gepflegten Trinkrituale – Getränke zu jedem Essen und zu jeder Zeit – weitergelebt werden können. Auch während des Unterrichts sollten Kinder die Möglichkeit haben, regelmäßig zu trinken, nicht zuletzt zur Erhöhung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Ungesüßt vergnüglich

Das bevorzugte Getränk sollte Trinkwasser sein. Das wird jedoch geschmacklich schnell langweilig und gesüßte Erfrischungsgetränke sind keine gute Alternative. Die Vielfalt von Kräuter- und Früchtetees schafft da gesunde Abwechslung heiß wie kalt. Nicht zuletzt, da die empfohlene Trinkmenge leicht durch ein bis zwei Tassen des aromatischen Aufgusses erreicht werden kann.

Genussreiche Gewohnheit

Kräuter- und Früchtetees eignen sich wegen der Sortenvielfalt besonders gut, um das Trinken fest zu etablieren. Als warmes Getränk kann zum Beispiel ein roter Hagebuttentee am frühen Morgen genossen werden, um fröhlich in den Tag zu starten. Ein würziger Kräutertee z.B. ist ein ideales „Begrüßungsgetränk“, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen. Am Nachmittag, gemeinsam mit den Geschwistern, Freunden oder Eltern, lässt sich eine Tasse Kräuter- oder Früchtetee schön als gemütliches, verbindendes Ritual in den Tagesablauf von Kindern einbauen. Ebenso kann auch z.B. ein warmer Becher Anis-Tee vor dem Schlafengehen Körper und Seele erwärmen – nicht nur in kalten Jahreszeiten.

Tipp für trinkfaule Kinder

Lustige Gläser, Tassen oder Strohhalme können die Trinklust steigern. Von den Kindern selbst ausgesuchte Teesorten tragen zum Spaß am Trinken genauso bei, wie der Nachmittagstee gemeinsam mit den Eltern genossen.

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